Ottfried Artikel: „Die Technik ist entscheidend“
In der Hockeymannschaft der Uni Bamberg spielen Jungs und Mädels erfolgreich zusammen – Mitspieler gesucht
(ah) Mädchen in kurzen Röckchen, Jungs, die mit Bällen umgehen können, gemischte Teams, golfähnliches Equipment – aber viel günstiger, Eishockey ohne Eis, weniger Verletzungen als beim Fußball, Turnierreisen nach Paris sowie Vizemeister von selbiger Stadt und und und. Klingt verlockend, oder? Hockey – zumindest an der Uni Bamberg – IST verlockend.
Trotz Hochburg gähnende Lehre
Rückblick zu den Profis: 2004 hat für die beiden deutschen Hockey-Nationalmannschaften die große Stunde geschlagen.
Die Damen gewannen völlig überraschend olympisches Gold, die Herren holten Bronze. Als Boris Becker 1985 Wimbledon gewann, nahmen alle auf einmal den Tennisschläger in die Hand. Den Hockeyschläger wollen trotz der grandiosen Erfolge nur wenige schwingen – obwohl die Bundesrepublik nun neben Indien bzw. Pakistan und England auch zu den Hockeyhochburgen
zählt. Die Tatsache, dass Feldhockey in Deutschland trotz allem immer noch eine mehr oder weniger exotische Randsportart ist, findet Susanne, Mitglied des Hochschulteams, sehr schade: „Wir haben kaum Neuzugänge. Dabei lassen sich auch Anfänger
schnell in unsere Mannschaften integrieren.“ Aktuell umfasst das Bamberger Team etwa 20 aktive Mitglieder, die sich aus Anfängern über Fortgeschrittene bis hin zu Ex-Bundesligaspielern zusammensetzen. Auch hinsichtlich der Bedenken, als
Frau sei man das schwächere Glied in der Gruppe, winkt Susanne ab: „Im Hockey sind die Jungs nicht so überlegen wie in
anderen Sportarten. Klar sind sie schneller und konditionell besser, aber das Entscheidende ist die Technik und da kann jeder punkten!“ Die nationalen und internationalen Erfolge zeigen, dass das Bamberger Team technisch versiert ist. Gerade erst wurde
das Turnier in Mainz gewonnen, wo man sich gegen 17 Mannschaften von anderen deutschen Universitäten durchsetzen konnte. Auch in Paris schnitt die erste Mannschaft, die sich aus zwei Mädchen und drei Jungs zusammensetzt, fabelhaft ab: 2005 und 2006 landeten die Bamberger jeweils auf dem zweiten Rang. Doch trotz des hohen Leistungsniveaus und der deutschlandweiten Turniere bleibt der „Teamspirit“ oberste Priorität in der Bamberger Hockey-Mannschaft. Nach dem Training wird obligatorisch
zusammen ein Bier getrunken, in der Gruppe weggegangen oder an Wochenenden zu Länderspielen gefahren. Auch durch die Reisen zu den Turnieren, die übrigens zu 50 Prozent vom Hochschulsport finanziert werden, verbringt man viel Zeit miteinander.
Hockey ist ein Ausdauersport ohne viel Kraftaufwand. Ob Tennis, Golf oder Badminton – wer gerne einen Schläger in die Hand nimmt, dem sollte auch Hockey Spaß machen. Nur Fußballer könnten sich ein wenig schwer tun, denn der Ball darf im Spiel nicht vorsätzlich mit dem Fuß berührt werden. Gespielt wird fünf gegen fünf, auf dem Kunstrasen-Feld zwei mal 35 Minuten. In der Halle nur zwei Mal 30 Minuten. Wer den Hockeysport noch besser kennen lernen will, kann mittwochs in der Turnhalle am Volkspark vorbei schauen. Dort trainieren die Mannschaftsmitglieder zwischen 15.30 und 17 Uhr. So werden die Erfolge auch
weiterhin nicht ausbleiben. Neuzugänge sind jederzeit willkommen. Nähere Informationen findet ihr im Internet unter www.hockey-bamberg.
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